Material

Aluminium vs. Holz — welches Material hält länger?

18. April 20269 Min Lesezeitvon Nico Braitinger
Aluminium-Terrassenüberdachung wartungsfrei vs. Holzpergola im Vergleich
In 30 Sekunden

Aluminium 6063 T6 mit Pulverbeschichtung hält 30+ Jahre nahezu wartungsfrei und ist zu 100 % recycelbar. Hochwertige Hölzer (Lärche, Douglasie) halten 20–25 Jahre, brauchen aber alle 2–3 Jahre Pflege (Lasur, Imprägnierung) für 200–400 € pro Behandlung. Über 20 Jahre Gesamtkosten: Aluminium ca. 20–30 % günstiger trotz höherer Anfangsinvestition. Aluminium ist die rationale Wahl mit gleichbleibender Optik, Holz die warm-lebendige Alternative mit Patina, aber Pflegeaufwand.

Aluminium 6063 T6 — die technische Lösung

Aluminium 6063 T6 — Eckdaten

  • Zugfestigkeit: 215 N/mm²
  • Streckgrenze: 170 N/mm²
  • Dichte: 2,7 g/cm³ (3 × leichter als Stahl)
  • Korrosionsbeständigkeit: natürlich durch Oxidschicht
  • Pulverbeschichtungsdicke: 60–100 µm
  • Lebensdauer: 30+ Jahre
  • Recyclingquote: 95 % der Produktion ist Sekundär-Aluminium

Aluminium 6063 T6 ist eine Strangpress-Legierung mit ≈0,5 % Magnesium und ≈0,5 % Silizium. Im Temperzustand T6 (warmausgehärtet, Standard für Bauprofile) erreicht es eine Zugfestigkeit von 215 N/mm² und eine Streckgrenze von 170 N/mm² bei einer Dichte von 2,7 g/cm³. Damit ist Aluminium zwar weicher als Baustahl (S235: 235 N/mm²), aber 3 × leichter und durch seine natürliche Oxidschicht völlig korrosionsbeständig — selbst in salzhaltiger Luft.

Pulverbeschichtung nach DIN EN 12206-1 bringt eine 60–100 µm starke, UV-stabile Schutzschicht in beliebiger RAL-Farbe auf. Garantierte Lebensdauer der Beschichtung: 25 Jahre bei normaler Belastung, 30+ Jahre bei pflegender Wartung. Wartungsaufwand: 1 × pro Jahr Reinigung mit Wasser und mildem Reiniger — das war's. Keine Imprägnierung, keine Lasur, keine Streichaktion, keine Behandlung gegen Pilze oder Insekten.

Holz — die warme Alternative

Hochwertige Hölzer für den Außenbereich sind Lärche (mitteleuropäisch, Härteklasse 3, durch hohen Harzanteil resistenter gegen Pilze), Douglasie (importierte Konifere, höhere Härte und Druckfestigkeit), Eiche (sehr langlebig, aber teuer und gerbsäurehaltig) und BSH-Holz (Brettschichtholz aus Fichte oder Lärche, kostengünstig, größere Spannweiten möglich).

Lebensdauer im Außenbereich: 20–25 Jahre bei guter Pflege. Pflege bedeutet: alle 2–3 Jahre Erstlasur oder Imprägnierung (Kosten 200–400 € pro Behandlung bei 4 × 3 m Konstruktion), bei beschädigten Stellen punktuelle Holzschutzbehandlung, mindestens jährliche Sichtkontrolle gegen Pilz- und Insektenbefall (Hausbock, Holzwurm). Bei Weißfichten oder unbehandelter Sibirischer Lärche steigt die Lebensdauer ohne Lasur auf 15 Jahre, danach setzt natürlicher Verfall ein.

Optisch: warm, lebendig, alters- und witterungsabhängig veränderlich. Unbehandelte Lärche entwickelt eine charakteristische Patina vom Hellbraun zum Silbergrau in 2–4 Jahren — diese Optik ist gewollt oder störend, je nach Geschmack. Für Liebhaber von Naturmaterialien und Patina-Ästhetik ist Holz unschlagbar; wer eine über Jahrzehnte gleichbleibende, definierte Farbe will, wählt Aluminium.

Direkter Kostenvergleich über 20 Jahre

PositionAluminium 6063 T6Lärche / Douglasie
Anfangsinvestition (4 × 3 m)8.500 €6.500 €
Pflege Jahr 1–20300 € (Reinigung)3.500 € (10× Lasur)
Reparaturen (Schimmel, Risse)0 €1.000 € (geschätzt)
Lebensdauer-Wertverlust0 % (ersetzt nach 30 J.)100 % (Ersatz nach 25 J.)
Gesamtkosten 20 Jahre~8.800 €~11.000 €

Ökobilanz und Recycling

Aluminium hat einen schlechten Ruf wegen seines hohen Energiebedarfs in der Primärproduktion (Schmelzelektrolyse). Die Realität ist differenzierter: 95 % der weltweit verarbeiteten Bau-Aluminium-Profile sind heute Sekundärmaterial aus Recycling — das spart 95 % der Energie gegenüber Primär-Aluminium. Eine Brait-Konstruktion aus 6063 T6 wird zu 99 % aus europäischem Recycling-Aluminium hergestellt. Am Lebensende ist Aluminium zu 100 % wiederverwertbar, ohne Qualitätsverlust.

Holz ist als nachwachsender Rohstoff CO₂-neutral in der Produktion, wenn aus regional zertifizierter Forstwirtschaft (FSC, PEFC). Allerdings: regelmäßige Lasuren und Imprägnierungen enthalten chemische Wirkstoffe (Biozide, Lösungsmittel), die in Boden und Grundwasser gelangen können. Am Lebensende ist nur unbehandeltes Holz thermisch oder kompost-recyclebar; lasiertes Holz fluide muss als Sondermull entsorgt werden. Saubere Ökobilanz über 30 Jahre: für eine 4×3-m-Konstruktion sind beide Materialien etwa gleichauf, mit kleinem Vorteil für Aluminium dank längerer Lebensdauer und vollständiger Recyclingfähigkeit.

Welche Argumente sprechen für was?

  • Aluminium: wartungsfrei, korrosionsbeständig, 30+ Jahre Lebensdauer, RAL-Farbvielfalt, perfekt kombinierbar mit Glas, Lamellen, Markisen, Heizung, LED, Sensorik.
  • Aluminium: ideal bei Lamellendächern — verstellbare Mechanik braucht maßhaltige Profile mit ±0,1 mm Toleranz, die nur Aluminium liefert.
  • Aluminium: ideal bei Glashaus-Konstruktionen — thermisch entkoppelte Profile (mit Polyamid-Stegen) verhindern Kondensat.
  • Holz: warme Optik, natürliche Maserung, ökologische Nähe, niedrigere Anfangsinvestition (10–25 % günstiger).
  • Holz: ideal bei Pergolen mit Stoffsegel, mediterranen Pavillons, Ökobau-Projekten mit klarem Fokus auf natürliche Materialien.
  • Holz: ideal bei kleineren Anlagen ohne Mechanik — wo keine motorischen Lamellen oder Glasschiebewände gewünscht sind.

Was wir bei Brait machen

Brait spezialisiert sich seit 2014 ausschließlich auf Aluminium-Konstruktionen — wir liefern keine Holzanlagen. Hintergrund: Lamellendächer, Glasschiebewände und Aufglasmarkisen funktionieren nur mit maßhaltigen, thermisch entkoppelten Aluminium-Profilen. Wer eine kombinierbare, modular erweiterbare und wartungsarme Lösung will, ist bei Aluminium richtig. Wenn Sie eine reine Holzanlage wollen, empfehlen wir lokale Schreinerbetriebe in Ulm und Umgebung — wir vermitteln auf Wunsch Kontakte.

Unsere Stärken im Aluminium-Bereich: 30+ Jahre Lebensdauer, individuelle Statik für jede Schneelastzone, RAL-Farbpalette in beliebigen Glanzgraden (Standard matt 30 % oder seidenglänzend 50 %), thermische Entkopplung für Glashaus-Konstruktionen, modulare Erweiterbarkeit (Aufglasmarkise, Schiebewände, Heizung, LED — alles auch nach Jahren nachrüstbar). 10 Jahre Strukturgarantie auf Konstruktion und Pulverbeschichtung.